Unsere Schule braucht mehr Platz
Hintergrund
Im Zusammenhang mit mit dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und den steigenden Schülerzahlen in der Gemeinde Niederrohrdorf wurde bereits Mitte der 2010er‑Jahre erkannt, dass die bestehende Schulanlage Rüsler mittel- bis langfristig nicht mehr genügend Kapazität bieten würde. In der Folge wurde ein Provisorium errichtet und ein Architekturwettbewerb zur Erweiterung der Primarschule durchgeführt.
In den darauffolgenden Jahren wurde das Projekt vertieft geprüft und weiterentwickelt. Dabei zeigte sich zwar, dass das Projekt grundsätzlioch geeignet war, den prognostizierten Schulraumbedarf langfristig zu decken, gleichzeitig wurden jedoch Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Bevölkerungsentwicklung sowie der konkreten ausgestaltung des Raumprogramms deutlich.
Verbindung mit dem Oberstufenprojekt
Kurz nach dem Projektstart trat die Oberstufe im Frühjahr 2019 mit dem Wunsch an die Gemeinde Niederrohrdorf heran, die Möglichkeiten eines gemeinsamen Projekts auszuloten. Im Mai 2019 beauftragte der Gemeinderat darum die Planergemeinschaft mit einer vertieften Studie. Statt der Projektierungsphase musste das Projekt gestoppt und einen Schritt in der Projektphase zurückgegangen werden.
Planungsstopp
Im weiteren Verlauf erwies sich das Projekt jedoch zunehmend als politisch und planerisch anspruchsvoll. Insbesondere die enge Verflechtung zwischen der Primarschul- und der Oberstufenplanung führte zu komplexen Abhängigkeiten und Diskussionen über die zukünftige Nutzung und Entwicklung des gesamten Schulareals. In Anbetracht der Ergebnisse aus der nachgelagerten Prüfung entschied sich der Gemeinderat Mitte Jahr 2022 dazu, dass Projekt «Jim Knopf» in dieser Form aufzugeben.
Schülerzahlenprognose
Die Schülerzahlen wurden zuletzt Ende 2022 durch die Eckhaus AG bis zum Schuljahr 2037/38 prognostiziert. Vergleicht man die Prognose der «Eckhaus-Studie» mit den effektiven Schülerzahlen der kantonalen Statistik der vergangenen Jahre (siehe Abbildungen hier), so liegen die effektiven Zahlen sogar über den geschätzten Werten. Der Bedarf, der bereits in den 2010er Jahren erkannt wurde, ist seither nochmals gestiegen. Die Gemeinde befindet sich auch weiterhin im Wachstum, was sich fortlaufend in der Anzahl schulpflichtiger Kinder abzeichnen wird.
Neuausrichtung und qualitätssicherndes Verfahren
In der Folge wurde die Schulraumplanung in Niederrohrdorf grundlegend neu ausgerichtet. Ein zentraler Schritt bestand in der strategischen Trennung der Planung für die Primarstufe und jene der Oberstufe, um die jeweiligen Bedürfnisse klarer definieren und eigenständig weiterentwickeln zu können. Parallel dazu wurde eine übergeordnete Arealplanung erarbeitet, welche die zukünftige Anordnung der Schulbauten sowie die Etappierung der Entwicklung festlegt. Dabei zeigte sich erneut deutlich, dass der Bedarf an zusätzlichem Schulraum für die Primarschule weiterhin dringend ist und sich aufgrund der aktuellen Schülerzahlenentwicklung sogar akzentuiert hat. Im Jahr 2023 wurde mit der «Laube» für die Primarschule ein weiteres Container-Provisorium mit zwei Klassenzimmern und einem Gruppenraum eröffnet.
Vor diesem Hintergrund beschloss der Gemeinderat, die Erweiterung der Primarschule auf einer neuen, aktualisierten Grundlage weiterzuführen und nochmals ein qualitätssicherndes Verfahren durchzuführen. Im Jahr 2025 wurde somit ein neuer Wettbewerb für die Erweiterung der Primarschule Niederrohrdorf ausgeschrieben. Dafür genehmigte die Einwohnergemeindeversammlung am 16. Juni 2025 einen Kredit in der Höhe von CHF 320’000.00. Ziel dieses Verfahrens war es, unter Berücksichtigung der inzwischen erarbeiteten Erkenntnisse aus der Schulraumplanung ein architektonisch funktionales und wirtschaftlich überzeugendes Projekt zu finden, das zeitnah realisiert werden kann und eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung aufweist.
Der Wettbewerb wurde in der Folge erfolgreich durchgeführt und im Frühjahr 2026 abgeschlossen. Das Siegerprojekt «Palimpsest» wurde zusammen mit den weiteren eingereichten Projekten im Mai 2026 der Öffentlichkeit präsentiert und bildet nun die Grundlage für die nächsten Planungsschritte.
Weiterbearbeitung
In einem nächsten Schritt wird das erweiterte Planungsteam gebildet um das Projekt zur Baureife zu bringen. Für die Projektierungsarbeiten ist es vorgesehen die Planungsleistungen in den Bereichen Archiektur, Tragwerksplanung, Gebäudetechnik, Elektro, Bauphysik, Brandschutz, Zivilschutz, Beleuchtung, Türengineering an Einzelleistungträger mit dem Architekten als Gesamtprojektleiter zu vergeben.
Projektbeschrieb
Detailinformationen zum Siegerprojekt «Palimpsest» finden Sie hier.
Ergänzende Informationen sind ab September auf der Website der Gemeinde Niederrohrdorf nachzulesen.
Am 13. August findet eine öffentliche Informationsveranstaltung statt, eine ausserordentliche Gemeindeversammlung ist auf den 15. September angesetzt.
Tagesstrukturen
Option: Integration der Tagesstrukturen im Projekt Erweiterung Primarschulhaus Rüsler
Die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten für die Tagesstrukturen ist schon seit Jahren geplant. Es wurden verschiedene Standorte respektive Lösungen erwogen. Eine Studie des Büros KARO aus Brugg, welche im Zusammenhang mit dem Projekt zur Erweiterung der Primarschule Niederrohrdorf erarbeitet wurde, zeigte auf, dass sich der Raumbedarf der Tagesstrukturen im Volumen der Dorfschüür an der Bremgartenstrasse 14 unterbringen lässt. Diese Variante fand zwar Anklang, wurde an der Einwohnergemeindeversammlung im November 2025 jedoch an den Gemeinderat zurückgewiesen, da die prognostizierten Realisierungskosten im Gebäude der alten Dorfschüür aufgrund der Bausubstanz, den zusätzlichen öffentlichen Nutzungen und des Denkmalschutzes verhältnismässig hoch ausgefallen wären. Mit Beschluss vom 12. Januar 2026 wurde das Projekt vorläufig sistiert. Es besteht weiterhin ein Raumbedarf bei den Tagesstrukturen.
Projektbeschrieb
Bei Vorliegen des Wettbewerbs für das neue Primarschulhaus (Traktandum 2a), zeigte sich, dass das Siegerprojekt «Palimpsest» die Möglichkeit bietet, um mit wenig Mehraufwand die Tagesstruktur im Gebäude der Aula aufzunehmen. Die Fläche für das notwendige Raumprogramm der Tagesstruktur deckt sich exakt mit der darunterliegenden Fläche für Aula und Bibliothek. Anstelle des Rückbaus auf nur ein Geschoss, kann so die Tragstruktur des darüberliegenden Geschosses erhalten bleiben, was zudem zu einer besseren Ausnützung des Areals ohne weiteren Flächenverbrauch führt.
Raumprogramm
Das Raumprogramm umfasst Räumlichkeiten für 50 Kinder, aufgeteilt auf 3 Gruppen: Jede Gruppe hat einen Aufenthaltsraum und ein weiteres Zimmer für ruhige Beschäftigung. Der Mittagstisch hat eine Kapazität für knapp 100 Personen, hierfür gibt es eine Küche und einen grosszügigen Speisesaal.
Der Aussenbereich der Primarschule kann mitbenützt werden. Dieser ist direkt über eine aussenliegende Treppe angebunden.
Zeitplan
Sofern dem Antrag im Rahmen der ausserordentlichen Gemeindeversammlung zugestimmt wird, ist vorgesehen nach Eintritt der Rechtskraft Ende Oktober 2026 mit der Planung des Projektes zu beginnen. Der Baustart ist für den Sommer 2028 terminiert. Das Hauptgebäude soll zum Schulstart 2030 zur Verfügung stehen, das Aulagebäude und die Räumlichkeiten der Tagesstruktur rund 1 Jahr später.
Kosten Primarschule
Gemäss heutiger Schätzung betragen die gesamten Projektkosten, also inklusive Planung, Einrichtung und Mehrwertsteuer, rund 30.8 Millionen Franken (±25%). Davon fallen rund 4.3 Millionen Franken auf die Projektierung, wofür der Gemeindeversammlung am 15. September 2026 ein Projektierungskredit beantragt wird.
Kosten Tagesstruktur
Aufgrund der Synergien liessen sich die Räumlichkeiten der Tagesstrukturen mit einem verhältnismässig geringen Aufwand integrieren. Gemäss heutiger Schätzung erhöht das Teilprojekt Tagesstrukturen die gesamten Projektkosten um rund 2.0 Millionen Franken (±25%). Davon fallen rund 0.3 Millionen Franken auf die Projektierung, wofür der Gemeindeversammlung am 15. September 2026 ein gesonderter Projektierungskredit beantragt wird.