Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 und seine Ausrichtung auf «Kompetenzerwerb» antwortet auf neue Herausforderungen unserer Gesellschaft, in der wirtschaftliche, ökologische und soziale Bedingungen einem steten Wandel unterliegen. Niemand weiss eigentlich, was unsere Schülerinnen und Schüler in 20 Jahren werden können müssen. Die Zeiten, in denen man von Menschen mit grosser Lebenserfahrung alles lernen konnte, sind vorbei. In diesem Spannungsfeld bewegt sich Schule heute.

Warum Kompetenzen wichtig sind

Damit sich künftige Generationen auf dem Arbeitsmarkt sowie im privaten und öffentlichen Leben bewähren können, müssen sie in vielerlei Hinsicht «kompetent» sein. Das bedeutet: Unsere Schülerinnen und Schüler müssen nicht nur Wissen und Können erwerben, sondern dieses Wissen und Können in unterschiedlichen Situationen anwenden können und zugleich das nötige Selbstvertrauen und die Motivation entwickeln, um ihr angeeignetes Wissen und Können tatsächlich zu nutzen.

Trotz stetigem Wandel gibt es unbestritten auch Kompetenzen, die «zeitlos» sind. Solche überfachlichen Kompetenzen sind beispielsweise die Kompetenz, voneinander und miteinander zu lernen, im Team zu arbeiten, zu wissen, wie man an wichtige Informationen kommt, Verantwortung zu übernehmen, sich zu organisieren und die Kompetenz, sein Leben in vielen Bereichen selbst gestalten zu können.

Im kompetenzorientierten Unterricht steht das Handeln der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt, so dass hier ein wesentlicher Beitrag dazu geleistet werden kann, dass sich die Schülerinnen und Schüler in einer komplexen Welt bewähren und ihr Wissen und ihre Fähigkeiten in unterschiedlichen Anforderungssituationen anwenden können.

Was zeichnet kompetenzorientierten Unterricht aus?

Die Orientierung an Kompetenzen und Kompetenzstufen sowie die grundsätzliche Überlegung, welche fachlichen und überfachlichen Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler am Ende eines Zyklus erworben haben sollen, erfordern in der Planung, Durchführung und Auswertung des Unterrichts teilweise neue Vorgehensweisen der Lehrpersonen.

Bei der Planung etwa wird der Lehr- und Lernprozess vom Ende her gedacht: Die Planungsüberlegungen der Lehrperson zielen auf den gezielten kumulativen Erwerb von Kompetenzen ab.  In der Durchführung nehmen kompetenzorientierte Aufgaben und Settings eine Schlüsselfunktion ein. Lernen und Lehren stehen im Fokus des Unterrichts, während  die Reflexion und Beurteilung sowohl summative, formative als auch prognostische Elemente beinhaltet.

Kompetenzorientierter Unterricht ist ein Zusammenspiel von Aufgaben und Settings, Lernen und Lehren sowie Reflexion und Beurteilung.